Eine Reise durch den ökologischen Landbau. Vortrag mit Stefan Rahm

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Eine Reise durch den ökologischen Landbau.
Vortrag mit Stefan Rahmin der Ökoma gehalten.

Das war die Ankündigung für unseren Vortrag gestern Abend mit Stefan. Er hat eine unglaubliche Art Menschen für Öko-Landbau zu begeistern. Gut verständlich stellte er komplexe Zusammenhänge der Öko-Landwirtschaft im Vergleich zur konventionellen dar und erklärte viel über die biologisch-dynamische Anbauweise mit Schwerpunkt Präparatearbeit. Noch lange über den Vortrag hinaus standen wir zusammen, stellten Fragen und diskutierten. Toll wie Landwirtschaft auch in der Stadt begeistert!

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Stefan Rahm

Vortrag 17.06.2014

„Alles präpariert?“

 

Zu Beginn seines Vortrags gibt Stefan einen Einblick in die aktuelle Saatgutproblematik. (Sehr zu empfehlen dazu ist auch das aktuelle demeter-Journal, das sich ebenfalls mit dem Thema Saatgut beschäftigt.) Im Ökolandbau darf grundsätzlich nur ökologisch erzeugtes Saatgut eingesetzt werden.

Um sehr gute Sorten zu haben, kaufen die demeter-Höfe ausschließlich hochwertigstes Saatgut, das von der Bingenheimer Saatgut AG (http://www.bingenheimersaatgut.de/) erzeugt und vertrieben wird. Obwohl sie dazu nicht verpflichtet sind, ist das ein ungeschriebenes Gesetz.

Einige demeter-Betriebe beschäftigen sich intensiv mit dem Thema und züchten in größerem Rahmen auch eigenes Saatgut. Allen voran der Dottenfelder Hof (http://www.dottenfelderhof.de/) bei Frankfurt, der Saatgut für die Firma Bingenheimer Saatgut AG erzeugt.

Zur Vita von Stefan und dem Windrather Tal

Angefangen hat Stefan seine landwirtschaftliche Karriere im Windrather Tal (http://www.biohoefe-windrathertal.de/) als Zivi auf dem Marienhof. Später dann führte er einen eigenen Demeter Hof über Jahre, den er dann aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Während dieser Zeit hatte er weiterhin Kontakt zum Windrather Tal und hat so die Entwicklung im Tal miterlebt. Nach der Aufgabe seiner Selbständigkeit – seit nunmehr 14 Jahren engagierte er sich im Talhandel.

Der Talhandel

Aus der Idee, die erwirtschafteten Überschüsse der einzelnen Höfe ins Ruhrgebiet zu liefern, entstand durch eine gemeinsame Initiative die Idee eines Talhandels. Geleitet wurde der Talhandel dann von Winnie Winter. Winnie arbeitete seiner Zeit in der Anwaltskanzelei von Barkhoff (http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Ernst_Barkhoff), dem Begründer der Gls Bank. Auch seine Ideen von Besitzverteilung was die Vereinsstrukturen der Höfe angeht ist prägend für die Bio Höfe im Windrather Tal. Später dann kam Stefan Rahm zum Talhandel dazu. Wenn Winnie dann mal in ihren wohlverdienten Ruhestand geht, wird der Talhandel von Isa und Stefan geleitet werden.

Zwischen den Bauern wurden Anbauabsprachen getroffen, was nur für den Talhandel angebaut wird, damit das Angebot für die Abnehmer interessant bleibt.

Präparate

Präparate sind wesentlich für die biologisch dynamische Wirtschaftsweise. Sie werden beschrieben als Antennen in den Kosmos. Vom Prinzip her wird eine Pflanze in eine Tierhülle gegeben, vergraben und nach einiger Zeit wieder ausgegraben, in der Zeit findet die Metamorphose statt, was raus kommt ist eine Art Homöopathie für die Erde, Sensibilisierung für kosmische Einflüsse. z.B. gibt Baldrian in der Anwendung eine Wärmehülle. Kann effektiv eingesetzt werden gegen Spätfröste oder um Schäden abzumildern. Zu den Spritzpräparaten zählen Hornmist und Hornkiesel. Außerdem gibt es 5 Kompostpräparate, mit denen regelmäßig der Kompost behandelt wird, der danach auf den Äckern verteilt wird. (www.demeter.de)

In frühen Zeiten der Landwirtschaft, als es noch keine künstlichen Dünger gab, achteten die Bauern eher auf astronomische Konstellationen, um Einfluss auf die Gesundheit und das Wachstum der Pflanzen nehmen zu können. Durch den Einsatz von künstlichem Dünger sind die Pflanzen nicht mehr so empfänglich für kosmische Einflüsse. Sie sind wie durch eine Art Zwangsernährung abgestumpft. Je mehr Kunstdünger eingesetzt wird, desto geringer ist die Artenvielfalt.

Die biologisch dynamische Wirtschaftsweise

Der landwirtschaftliche Kurs gehalten von Rudolf Steiner 1924 war die Geburtsstunde der biologisch dynamischen Wirtschaftsweise.

Im Grunde genommen geht es in der biologischen Landwirtschaft um Humusaufbau und darum Dauerhumus zu erhalten. Je dunkler die Erde ist, desto mehr Bodenorganismen und Humus enthält sie. Die Bodenstruktur solcher Erde ist verbessert. Zudem sollte der Boden zum Schutz vor Erosion dauerhaft begrünt sein. Ein weiterer Aspekt ist die Kreislaufwirtschaft: es werden so viele Tiere gehalten, dass ausrechend Mist zum Erhalt der Äcker zur Verfügung steht. Damit wird die Erde gepflegt und als Dankeschön gibt es gesunde Nahrungsmittel.

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